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Höchster Kreisblatt 22.05.2009

22.05.2009

Prosit für einen guten Zweck

Musik, eine Schauspielvorführung und Essen sowie Trinken gab es beim Fest für die Kriegergedächtniskapelle. Foto: Franz Schmidt Musik, eine Schauspielvorführung und Essen sowie Trinken gab es beim Fest für die Kriegergedächtniskapelle. Foto: Franz Schmidt

Für viele Flörsheimer ist die Kriegergedächtniskapelle ein Kleinod, das sie nicht missen möchten. Dementsprechend groß war auch der Andrang bei einer Benefizveranstaltung.

Flörsheim. Viele Menschen nutzten Christi Himmelfahrt für Feste und Ausflüge in die Natur. In den Weinbergen zwischen Wicker und Flörsheim feierten rund 800 Personen für einen guten Zweck. Die «Raabekazze» stellten auf der Wiese hinter der Kriegergedächtniskapelle eine Benefizveranstaltung auf die Beine. Mit dem Zuspruch war Pressesprecher Dr. Hans Albert Beul zufrieden. Die Einnahmen aus Speisen und Getränken sollen für die Innenrenovierung des kleinen Gotteshauses genutzt werden. «Wir haben uns des Projekts bereits in den Jahren 1994 und 1995 angenommen», so Beul. Damals sammelte der Verein für die Renovierung des Daches. Die «Raabekazze» gründeten sich 1992 für das Fastnachtstreiben und zur Unterstützung sozialer Projekte.
 

Neue Farben

Die Restaurierung der Kapelle werde rund 38 000 Euro kosten, erklärte Architekt und «Raabekazze»-Mitglied Helmut Mohr. Das Bistum Limburg verfügt als Eigentümer der Kapelle bereits über zirka 20 000 Euro. Der Betrag war von der letzten Sammelaktion vor über zehn Jahren übrig geblieben. Mit dem Geld solle der Innenraum der Kapelle in «die Urfassung von 1928» gebracht werden, so Helmut Mohr. Die Kriegergedächtniskapelle wurde in den Jahren 1925 bis 1928 gebaut, um an die Flörsheimer Opfer des Ersten Weltkrieges zu erinnern. Damals waren die Wände im hinteren Bereich noch hellbraun und die Apsis – eine halbrunde Altarnische – erstrahlte in blauer Farbe. Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts sei der Raum weiß gestrichen worden, erklärte Helmut Mohr. Diese neuen Farbfassung soll nun herunter genommen werden. Schäden an den Wänden sollen ausgebessert werden.
 

Feuchter Innenraum

Ein Wasserschaden, der durch eine kaputte Regenrinne ausgelöst wurde, hatte den Ausschlag für die Renovierung gegeben. Bevor die Restauration ansteht, musste der Innenraum mit elektrischen Lüftern getrocknet werden. «Wir können das erst jetzt machen, weil es vorher zu feucht war», betonte Helmut Mohr. Für die Arbeiten in der Kapelle soll es eine Ausschreibung geben. Mohr hofft auf einen Beginn der Arbeiten in diesem Jahr.


Bis zu 30 Mitglieder der «Raabekazze» halfen beim Aufbau und Verkauf. Der Verein «Bürger helfen Bürgern», die Bürgerstiftung, die Kolpingfamilie und die Gaststätte «Joffche» unterstützten das Fest. Der Musikverein Flörsheim und der Gospelchor «Sound of Happiness» gestalteten das musikalische Rahmenprogramm auf der Wiese. In der Kapelle spielte das Flörsheimer Amateur Theater (FAT) das englische Theaterstück «Zur Rose und Krone». Die katholischen Gemeinden aus Flörsheim und Wicker hielten einen gemeinsamen Gottesdienst vor der Kapelle ab.
 

Regelmäßige Pflege

Unter den Besuchern war auch das Ehepaar Klaus und Annerose Völker, das die Kapelle seit über zehn Jahren betreut. Die Mitglieder der Kolpingfamilie haben den Schlüssel für das Gebäude und öffnen es jeden Sonntag um 10 Uhr. Sie pflegen die Blumen und kümmern sich um kleinere Reparaturen. Der Vandalismus sei in letzter Zeit zurückgegangen, sagte Klaus Völker. Er freut sich über die geplante Renovierung der Gedächtniskapelle. «Wir lassen uns mal überraschen», meinte der Flörsheimer. sas

 

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